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Eine eiszeitlich geprägte Landschaft

Der Landschaftscharakter von Südfünen und den vor gelagerten Inseln ist einem riesigen, eiszeitlichen Gletscher zu verdanken, der sich einst über diese Landschaft schob. Unterwegs erkennt man deutlich die Spuren, die der Gletscher auf seinem Weg während der letzten Eiszeit vor mehr als 10 000 Jahren hier hinterließ. Da ständig etwas von dem Eis schmolz, bildeten sich die riesigen Mengen Schmelzwasser, das große Seen hinterließ und hügelige Landschaften und Täler schuf. Hier legten die Menschen später geschützte Siedlungen und Orte an.
 

Im südlichen Teil der Insel Fünen geht es bergauf und bergab. Da fällt das Radfahren nicht immer leicht, doch oben angekommen, wird man durch tolle Ausblicke belohnt. Die Tour beginnt an der auf einer Anhöhe gelegenen Mühle Egebjerg Mølle (ca. 110 m über NN). Hier kann man verschnaufen, Ausschau halten und sich klarmachen, dass ein gigantischer Gletscher einst diese Landschaft formte. Die riesige Eismasse schob so viel Erde vor sich her, dass daraus Hügel entstanden. Von hier aus überblickt man einen Teil von Fünen, und wenn man sich umdreht, kann man 55 größere und kleinere Inseln in der „Dänischen Südsee“ erblicken.

Die Eisschicht, die hier einst alles bedeckte, war mehrere hundert Meter dick. Man kann sich das Ganze so vorstellen, wie zum Ende eines strengen Winters, wenn es unter der harten Eisschicht zu schmelzen beginnt. Durch die gigantischen Mengen an Schmelz wasser unter dem Gletscher bildeten sich die Seen Sørup Sø, Nielstrup Sø, Hvidkilde Sø und Ollerup Sø. Auf dieser Tour kommt man an einigen der Seen vorbei und sollte auf jeden Fall am Hvidkilde Sø anhalten. An diesem schönen See blickt man auf das Gut Hvidkilde und die Inselchen Storeholm, Kirsebærholm und Lilleholm.

Zum Ende der Eiszeit schmolz das Eis ab, das Südfünen bedeckte, und hinterließ u. a. den verschlungenen Wasserlauf Syltemade Å. Schließlich waren durch starke Schmelzwasserströme so viel Erde und Kies abgetragen worden, dass ein 20 m tiefes Tal (Syltemade Ådal) zurückblieb. Ein Abstecher in das unter Schutz stehende Tal lohnt sich. Man kann das Fahrrad abstellen und ein Stück auf der Wanderroute (Øhavsstien) gehen, die zum malerischen Hafen von Ballen führt.

Am Wasser angekommen, hat man eine tolle Aussicht auf die „Dänische Südsee“, bevor man wieder in die Pedale tritt. Auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, waren viele der kleinen Inseln einst ein Teil von Fünen. Vor etwa 7 000 Jahren war die Eisschmelze durch Temperaturanstieg so weit fortgeschritten, dass der Meeresspiegel anstieg und sich die steinzeitlichen Menschen weiter ins Land zurückziehen mussten. Heute ragen nur noch einige, einstmals besiedelte „Inselchen“ aus dem Wasser heraus. Dass sich hier einst Menschen aufhielten, beweisen Archäologen, die hier noch immer Äxte, Ruder und Bögen aus dem geschichtsträchtigen Boden ausgraben.

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